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Der Bastard
Nicht von schlechten Eltern.

    Ich bastelte in einer gestrigen langen Weile schlichte Wallpaper mit Kalender für den Rest des Jahres. Die Auflösung beträgt 2.880 x 1.800 Pixel. Alle 5 Bilder können zusammen als Zip-Archiv (26 MB) heruntergeladen werden. Bitte, gerne.

    Helveticalender

    Zwangspause.

    Ich hab’s also getan. Am Freitagmorgen habe ich nach zwei Stunden Arbeit die Brocken hingeschmissen, bin zu meinem Hausarzt gefahren und ließ mich krankschreiben.

    Ich habe einfach keinen Nerv mehr. Der Job und die ganze verdammte Firma hängen mir zum Hals raus. Zuerst degradiert und zwangsversetzt, unter anderem aufgrund von Verleumdung und übler Nachrede, dann der Versuch, mich gehaltstechnisch, am Gesetz vorbei, über den Tisch zu ziehen, in der Hoffnung, ich würde kuschen und klein beigeben und zum Schluss der subtile Rat, ich sollte mich doch vielleicht nach einem neuen Job umschauen.

    All diese Dinge, zusammen mit der Tatsache, dass ich in zwei Wochen einen neuen Job anfangen werde, auf den ich mich tierisch freue, haben dafür gesorgt, dass sich meine Motivationskurve in den letzten Tagen rasend schnell Richtung Nulllinie bewegte. Und wer könnte es mir verübeln? Was habe ich noch zu verlieren? Was sollte ich noch zu beweisen haben? Einen guten, letzten Eindruck hinterlassen? Da scheiße ich drauf. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, mir noch zwei Wochen lang den Hintern aufzureissen und volle einhundert Prozent zu geben, denn genau das wird noch von mir verlangt. Aber zu welchem Preis? Damit ich am letzten Arbeitstag völlig fertig nach Hause komme, einen Tag lang Pause habe um dann total gestresst und entnervt in den neuen Job zu starten? Bestimmt nicht.

    Die letzten Monate waren heftig und haben mir ziemlich zugesetzt. Nicht nur der Stress im alten Job, der ja bereits begann, als ich mich eigentlich auf drei Wochen entspannten Urlaub gefreut hatte, welchen ich dank Umzug und Baby seit einem Jahr nicht mehr hatte, die dann in Anwaltsbesuche, Autosuche und Bewerbungen schreiben ausarteten; Nein, auch die Suche nach einem neuen Job kostete mich viel Kraft. Das Bewerbungsgespräch und das darauf folgende Assessment-Center bei Coca-Cola, für das ich mich mal eben während eines Kurzurlaubs bei den Schwiegereltern vorbereitete, waren zwei völlig neue Erfahrungen für mich, in die ich meine ganze Energie und meinen ganzen Enthusiasmus steckte und die sehr an meinen Reserven zerrten. So sehr, dass ich kürzlich vorm Spiegel stand und mir selbst eingestehen musste, was ich in den letzten Wochen immer wieder von verschiedenen Personen zu hören bekommen hatte: Dass ich massiv abgenommen habe und ziemlich schlecht aussehe.

    Und auch die letzten beiden Wochen waren unglaublich anstrengend und zermürbend. Zum einen, weil ich tatsächlich keinen Bock mehr habe, für diese Firma zu arbeiten, da ich bereits das Licht am Ende des Tunnels sehen kann. Es ist, als würde man 18 Stunden am Tag auf einer Baustelle arbeiten und ein Backsteinhaus mit seinen bloßen Händen hochziehen, wohlwissend, dass es am letzten Tag komplett gesprengt wird und man danach niemals wieder auf einer Baustelle arbeiten muss. Zum anderen, weil dieser Job sowieso immer unglaublich anstrengend und zermürbend ist und einem kaum die Zeit zum Durchatmen lässt. All das entlud sich am Donnerstagabend in einem heftigen, aber völlig sinnlosen und unnötigen Streit zuhause. Einfach, weil meine Nerven blank lagen. Letztendlich kamen wir beide, meine Frau und ich, zu dem Entschluss, dass es so bis zum Ende des Monats nicht weitergehen kann und dass ich dringend ein wenig Ruhe brauche.

    Statt also, wie am Donnerstag geplant, am Montag zum Arzt zu gehen, erkannte ich den Ernst der Lage bereits am Freitag und ging den einzig richtigen Weg. Ich bekam von meinem Arzt eine gering dosierte Menge Antidepressivum verschrieben und habe mir vorgenommen, die letzten Tage dieses Monats so entspannt wie möglich Zuhause bei meiner Familie zu verbringen, um Kraft für den neuen Job zu sammeln. Ich schlief in der ersten Nacht ganze 14 Stunden am Stück, gönnte mir abends ein entspannendes Lavendel-Salbei-Meersalz-Bad und vergammelte den halben Samstag und den gesamten Sonntag auf der Couch, wo ich mir 80er Jahre Filme wie “Breakfast Club” und “Das Geheimnis meines Erfolges” und 90er Jahre Serien wie “Akte X” und “Star Trek Voyager” reinzog. Ich beschäftige mich intensiv mit meinem kleinen Sohn und habe es tatsächlich geschafft, alle Gedanken an die Firma weit hinter mir zu lassen. All diese Gedanken, die ich sonst immer habe: “Klappt alles? Habe ich etwas wichtiges vergessen? Handy am Mann, es könnte jemand aus der Firma anrufen! Ich bin krank, konnte mein Fehlen gut aufgefangen werden? Kommt der neue gut klar? Wann kann ich wohl wieder arbeiten gehen?” All das ist mir seit Freitag so unfassbar egal, dass ich es selbst kaum glauben kann. Wenn man jahrelang nachmittags nach Feierabend bis zu vier mal aus der Firma angerufen wird, Mitarbeiter sich via Facebook am Sonntagabend krank melden und man sogar am Wochenende vom Wachdienst aus dem Bett geklingelt wird, um mitten in der Nacht zum Deaktivieren des Fehlalarms in die Firma zu fahren, dann ist es tatsächlich gar nicht so einfach, abzuschalten und sich wirklich zu entspannen.

    Im Moment bin ich ziemlich entspannt und ich sehe keinen Grund, daran bis zum 1. September etwas zu ändern. Ich habe mir weiterhin ausgiebiges Gammeln und intensives Familienleben verordnet. Und viel Essen. Und Spaziergänge. Mit meiner Familie, mit meinem Sohn und auch allein. Ich möchte gerne, wenn das Wetter mitspielt, an einem Tag in dieser Woche frühmorgens auf die Halde Haniel wandern und mir von dort oben, von einem der höchsten Punkte im Ruhrgebiet, den Sonnenaufgang ansehen.

    Es fällt mir schwer, selbst zu erkennen, ab wann die Grenze der Belastbarkeit übertreten und der Punkt erreicht ist, an dem man einen Gang zurückschalten oder den Motor besser ganz abstellen sollte. Deswegen bin ich froh, dass ich meine Frau an meiner Seite habe, die mich zum Glück im richtigen Moment ausgebremst hat. Damals, als ich schon einmal ins Burnout gerutscht bin, hatte ich niemanden an meiner Seite, der rechtzeitig die Reißleine zog und so wurde ich nur noch im allerletzten Moment von meiner Familie aufgefangen, die meine Situation nur schwer erkennen konnte, da ich mich abgekapselt hatte und niemandem mit meinen Problemen belästigen wollte.

    Jetzt habe ich meine eigene, kleine Familie. Eine gute Konstante im Leben, die mir Kraft und Rückhalt gibt. Die mir aber vor allem auch Ansporn gibt und mir immer wieder zeigt, wofür es sich lohnt, seine Kräfte und Sinne beisammen zu halten. Wofür es sich lohnt, etwas besseres aus sich selbst und seinem Leben zu machen. Und ich habe, mal wieder, gesehen, dass es einem im Job nie wirklich gedankt wird, wenn man sich bis zur Grenze der Belastbarkeit den Arsch aufreisst.

    Jetzt ist erstmal Schluss damit. Pause. Akku aufladen. Festplatte defragmentieren, alte Dateileichen und Ordner löschen. Alles auf Anfang. Und dann mit voller Kraft in die neue Herausforderung!

    Work < Life.

    Bestellt: Der beste Kinderstuhl der Welt.

    Der Tripp Trapp Stuhl von Stokke ist ein seit 1972 erhältlicher Kinderstuhl, der mit dem Kind mitwächst. Die in Höhe und Tiefe verstellbaren Sitz- und Fußplatten sorgen in jedem Alter dafür, dass der Nachwuchs bequem, ergonomisch korrekt und vor allem sicher sitzt. Das Teil kostet so viel wie eine ganze IKEA Sitzgruppe inklusive Tisch aber hey, für das Baby ist das beste gerade gut genug, nein?

    Und auch Marta wird sich freuen. Wenn sie mal zu Besuch kommt, kann sie jetzt nämlich auch mit uns großen am Tisch sitzen.

    Ich habe bis heute nicht so ganz verstanden, wieso du deinen jetzigen und bald Ex-Job „Agentur“ nanntest, obwohl es mir vorkam, als sei es ein einfacher Supermarkt gewesen. Dann bin ich gestern noch über „Anstalt“ gestolpert, aber das ist wohl eher auf das Verhalten der dortigen Personen zu verstehen.
    michelski

    Es ist ein einfacher Supermarkt! Aber da ja alle hippen und verrückten Internetmenschen in Agenturen arbeiten, und ich darüber jedes Mal schmunzeln muss, weil sich immer alle so super wichtig fühlen, bloß weil sie mit ihrem MacBook an irgend einem schicken Schreibtisch mit Rhein-, Elb- oder Spreeblick sitzen, während sie die Designs für Karstadt-Tüten oder Obi-Handzettel entwerfen, dachte ich mir, dass meine Firma auch eine Agentur sein sollte. Ich meine, hey, ich hab ‘nen Blog, einen Podcast und knapp 3.500 Follower bei Twitter. Ich bin Internetmensch. Ich kann doch nicht dauernd erzählen, dass ich jetzt zum Supermarkt fahre, um zu arbeiten, wie sieht das denn aus?

    Oh, und die Anstalt war auch ein Supermarkt. Einer, der mich nicht nur wahnsinnig gemacht, sondern tatsächlich und wahrhaftig in ein Burnout getrieben hat. Der Begriff “Hölle” war schon vergeben, sonst hätte ich den genommen. 

    Reinigen, pflegen, erneuern, auffüllen.

    Reinigen, pflegen, erneuern, auffüllen.

    Wirst Du eigentlich, sobald Du Deinen neuen Job antrittst, auch wieder Zeit in das Bastard Magazine investieren, oder ist das Projekt vorerst auf Eis gelegt ?
    Anonym

    Ich hoffe, das ich dafür wieder etwas mehr Zeit finden werde. Patrick und Jörn waren in den letzten Monaten auch anderweitig sehr eingespannt. Jörn wird demnächst aber wohl auch wieder etwas mehr Zeit haben und wir würden das Dingen schon gerne wieder zum Laufen bringen. 

    Das Projekt ist definitiv nicht tot. Es war immer eine Nebenbeschäftigung, ein kleines Abenteuer ohne allzu feste Verpflichtungen. In letzter Zeit haben wir es wirklich sehr vernachlässigt und das ist eigentlich eine Todsünde im Internet. Aber es wird auf jeden Fall weitergehen. Nur kann ich absolut noch nicht sagen, wann. Aber sobald neue Details aussprechbar sind, werdet ihr sie hier auf jeden Fall erfahren.

    Wie oft denkst du noch zurück an die Anstalt? Wie sehr hat sich dein Leben in den nun fast fünf Jahren auch psychisch verändert?
    Anonym

    Gelegentlich denke ich noch an die olle Drecksfirma. Meistens, wenn Leute in meiner aktuellen Firma rumheulen. Dann erkläre ich ihnen, dass es noch durchaus beschissener geht.

    Was mir im Bezug an die Anstalt am meisten durch den Kopf geht ist, dass ich, wenn ich dort nicht irgendwann rausgeflogen wäre, heute wahrscheinlich in psychologischer Behandlung, drogen- oder alkoholabhängig oder vielleicht was noch schlimmeres wäre. Der Laden hat mich echt kaputt gemacht und ich habe es damals gar nicht so richtig gemerkt. Zusätzlich lief in meinem Leben damals so einiges ziemlich ungerade und wenn ich heute daran zurückdenke, wundert es mich manchmal schon, dass ich all das erst viel zu spät erkannt und geändert habe. 

    In den letzten 5 Jahren hat sich mein Leben um so viele Dinge und Erfahrungen verbessert, dass ich eigentlich jeden Tag nur grinsend durch die Gegen laufen könnte. Ich habe eine tolle, kleine, eigene Familie, die mir immer Rückhalt und Kraft gibt, ich habe eine wunderbare Frau, die mich in all meinen Entscheidungen unterstützt und immer hinter mir steht. Ich bin tatsächlich beinahe komplett sorgenfrei, kann abends entspannt und mit leerem Kopf einschlafen und lebe ein wunderbares Leben.

    Ein Leben, dass ich mir vor 5 Jahren und auch weit davor so niemals vorgestellt oder gewünscht habe, aber das ich um keinen Preis mehr ändern würde.

    ABER! Ich will damit nicht sagen, dass damals alles scheiße war. Ich habe, bevor es in der Anstalt richtig ungemütlich wurde, damals, bevor ich die Bühne des Internets betreten habe, auch ein ziemlich abgefahrenes Leben geführt. Ich war Single und habe damals schon eine ganze Menge Geld verdient. Nun ja, kein Wunder, bei 70 Arbeitsstunden in der Woche. Ich hatte kaum Kosten und keinerlei Verpflichtungen und habe mein Leben zu diesem Zeitpunkt voll ausgekostet und auch in diesem, meinem ersten Leben, wie ich es immer gerne nenne, jede Menge Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte. Auf einige davon sollte man vielleicht nicht allzu Stolz sein, aber ich kann durchaus sagen, dass ich nichts bereue und alles wieder genau so machen würde.

    Diese Zeit damals, vor dem Absturz in der Anstalt und auch die Zeit danach, haben mich, egal wie gut oder schlecht sie war, zu dem gemacht, was ich heute bin. Ein entspannter, ausgeglichener Mensch, ein guter Ehemann und Vater und jemand, der mit beiden Beinen fest im Leben steht und sich auch mal traut, seinen verhassten Job hinzuwerfen und etwas neues zu wagen.

    Love it, change it or leave it. 

    Wie oft hast du schon gedacht, dass du den ganzen Online-Kram hinschmeißen willst, und was waren die Auslöser?
    Anonym

    Oh, schon ein paar Mal.

    Einmal habe ich es sogar schon gemacht. Das war vor langer, langer Zeit, etwa um Podcast Episode 170 rum. Damals war ich psychisch ziemlich durch, extrem gestresst und mir ging diese ganze Fahrenheit404-Vergleichsscheiße ziemlich auf die Klötze. Da habe ich eines Abends aus einer Bierlaune heraus in einer Kurzschlussreaktion alles vom Netz genommen. Nach ein paar Tagen hatte ich mich wieder gefangen und in mühevoller Kleinarbeit alles wieder an den Start gebracht.

    Seitdem hatte ich so ungefähr ein gutes Dutzend mal den Gedanken, diesen ganzen Online-Rotz hinzuwerfen. Die Auslöser hierfür waren meistens nicht funktionierende Technik. Beispielsweise Einschränkungen bei den Webhostern: Bei Uberspace passten irgendwann nicht mehr alle Episoden auf einen Server und sie waren nicht bereit, mir mehr Speicher zur Verfügung zu stellen, was nicht heißen soll, dass sie Arschlöcher sind. Es ist einfach ihre Firmenpolitik, Punkt. Ein Aufteilen auf mehrere Accounts war mit Podlove, über das ich in Wordpress die Episoden bearbeite und verwalte, nicht möglich und so hatte ich kurz den Gedanken, einfach Schluss zu machen. Im Endeffekt bin ich dann aber mit den Episoden zu Netcup umgezogen, was auch wieder eine Menge Aufwand war, genau wie das Einpflegen der alten Episoden in eine neue Seite, die mit Podlove arbeitete. Während man an mehreren Abenden hintereinander am Rechner sitzt und stundenlang eintönige Arbeiten macht, nämlich Posts für 600 Episoden nachträglich manuell zu erstellen und die MP3s anzuhängen, fragt man sich schon das eine oder andere Mal, warum man sich diesen Scheiß überhaupt antut. 

    Ein Hauptgrund war fast immer die Zeit. Dieser ganze Kram hier frisst einfach eine Menge Zeit. Ich habe einen gewissen Anspruch, was die Optik des Blogs, den Inhalt von Beiträgen, die Episodenbildchen des Podcasts, das Intro, die Soundqualität und all das angeht. Nicht selten sitze ich schon mal für eine Episode zwischen 30 und 60 Minuten vor dem Macbook. Manchmal sehr zum Unmut meiner Frau, was ich nachvollziehen kann. Der Podcast erscheint nicht monatlich oder wöchentlich, sondern beinahe täglich. Und auch einen Blogpost schreibe ich nicht mal eben auf dem Sofa in 10 Minuten runter, während nebenbei die Glotze läuft. Meistens ziehe ich mich für meinen Internetkram in mein Büro zurück und bin dann erstmal im Tunnel. Und mein (noch)Job mit seinen beschissenen Arbeitszeiten (Abends um 21 Uhr zuhause, morgens um 3:30 Uhr wieder aus dem Bett) sorgt des Öfteren dafür, dass ich abends gar keine Zeit mehr für all diesen Kram finde. Nun ist auch noch ein Baby da und das verlangt natürlich auch eine Menge Aufmerksamkeit. Wenn ich also eine Episode aufgenommen habe oder mir schon den ganzen Tag ein Blogpost durch den Kopf schwirrt, dann macht es mich manchmal ein wenig brummig, wenn ich abends keine Zeit mehr finde, oder einfach tatsächlich viel zu müde bin, um mich noch ans Macbook zu setzen, und den Kram ins Netz zu pusten.

    Dieser ganze Internetkram ist natürlich völliger Mumpitz. Ob ich nun einen Blog oder einen Podcast veröffentliche oder nicht, das juckt im Grunde nur einen winzigen, verschwindend geringen Bruchteil der Einwohner dieses Landes. Und wenn ich morgen alles vom Netz nehmen würde, würden die Leute drei Tage denken “Och wie schade!” und danach gäbe es irgend etwas neues, was ihr Interesse weckt und keine Sau würde mehr über mich sprechen, so einfach ist es. Ich bin nur ein ganz kleines Licht in der Blogging- und Podcast-Szene. Aber solange man immer wieder etwas neues produziert und ein wenig im Gespräch bleibt, sind die Hörer und Leser natürlich immer heiß auf mehr. Und mir macht es natürlich Spass. Ganz besonders, wenn Reaktionen und Feedback kommen. Daher erwähne ich das auch öfter im Podcast. Ich will nicht mit Lob überschüttet werden. Ich will nur hin und wieder bestätigt bekommen, dass da am anderen Ende Leute sind, die das hier interessiert, damit ich weiß, dass  nicht alles nur ins Leere geblasen wird.

    Erst kürzlich dachte ich wieder ans Aufhören. Im Moment läuft in meinem Leben alles ziemlich rund. Ich bin mit einer tollen Frau verheiratet, habe einen unfassbar wundervollen Sohn, wohne in einer wirklich fantastischen Ecke im Ruhrgebiet in einer klasse Wohnung und habe ab nächsten Monat einen neuen, spannenden Job. Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören, sagt man doch immer. Also wäre das doch jetzt der beste Zeitpunkt.

    Aber ich glaube, ich kann nicht. Weil ich das hier einfach alles viel zu gerne mache. Ich lasse euch gerne an meinem Leben (zumindest an dem, was ich euch davon erzähle und zeige) teilhaben und ich freue mich immer darüber, wenn Leuten das gefällt, was ich hier mache. Es ist mein Ventil für den Alltag. Wer Blog und Podcast kennt und verfolgt, der wird merken, dass sich beide schon ziemlich voneinander unterscheiden. Im Podcast geht’s oft laut und derbe zu, einfach, weil ich da Luft ablassen kann, und zwar genau in dem Moment, wo ich es will, während ich im Blog Dinge Revue passieren lasse und euch zeige, was in den letzten Tagen passiert ist, mir durch den Kopf ging oder für was ich in meiner Kaufwut mal wieder mein Geld aus dem Fenster geschmissen habe. Und bei Twitter kann ich hin und wieder die Sprüche bringen, die ich sonst auf Parties bringen würde, um die Lacher auf meiner Seite zu haben, wenn ich denn noch auf Parties gehen würde.

    Das alles ist also, wie gesagt, ein Ventil für mich. Um erlebtes zu verarbeiten, zu archivieren und aus meinem Kopf zu bekommen. Würde ich das alles nicht mehr machen, ich wüsste ja gar nicht, wohin mit all meinen Gedanken. Naja, vielleicht würde ich einfach ein Buch schreiben. Aber dazu fehlt mir ja, wie ihr wisst, die Ruhe und die Zeit.